Ausstellung vom 19. April bis 10. Mai 2026 in Kenzingen
Ausschnitt
aus der Predigt von Pfarrer Andreas Hansen:
Ich sehe das Bild an:
Eine Gestalt – eine Puppe, ein Mensch? – aufrecht stehend, oder kommt sie auf mich zu? – gesichtslos und doch mir zugewandt
Holzmaserungen, Stirnholz mit Jahresringen: überlagert die Gestalt, zergliedert, fragmentiert sie, löst sie auf
Blau: freundlich, himmlisch oder kalt, technisch? geheimnisvoll, vielschichtig, tief
Brüche, Risse, unfertig, getrennt, gescheitert
Wachsen, Reifen, kraftvoll und fruchtbar
Orgelinterpretation
Sie wollen nicht einfach abbilden, was man sehen kann, Herr Berg. Oft fängt Ihre künstlerische Arbeit nach dem Fotografieren erst an. Sie gestalten Bilder mit verschiedenen Ebenen, die gliedern und korrespondieren. Sie verfremden, abstrahieren, lösen das Fotografierte auf und setzen es neu zusammen.
Die Vielschichtigkeit Ihrer Bilder fordert uns auf: „Seht hin! Seht genau hin!
Was ihr zu sehen meint, könnte auch anders sein. Lasst euch überraschen!
Entdeckt neue Möglichkeiten!
Findet Wesentliches! Seht!“
Unsere subjektive Interpretation ist gefragt.
So sehe ich diese Gestalt,
die mir einen Spiegel vorhält: Wer bin ich?
Zerbrochen, fragmentarisch, unfertig,
zugleich vor diesen Jahresringen,
Symbol von Wachsen,
voll Hoffnung auf das, was wird.
